Interview Blumenschauen

Er ist der kreative Kopf der Hemeraner Blumenschauen und ein alter Gartenschau-Hase. Seit 1988 hat Hans Werner Roth (60) die floralen Ausstellungen für alle NRW-Landesgartenschauen ganz oder teilweise konzipiert. In der Felsenmeerstadt wird der Dortmunder Floristikmeister die 650 Quadratmeter große Halle ausgestalten, die bereits die Blumenschauen der Bundesgartenschau in Schwerin beherbergte und in direkter Nachbarschaft zu den 15 Themengärten steht.

Sie beschäftigen sich seit mehr als 30 Jahren mit Blumenschauen. Gehen Ihnen da nicht langsam die Ideen aus aus?
Hans Werner Roth: Nein, dann hätte ich wohl auch meinen Beruf verfehlt, der von Kreativität lebt. Natürlich wiederholen sich einzelne Elemente bei den meisten Gartenschauen immer wieder – schließlich wollen wir den Besuchern eine möglichst breite Pflanzen-Palette bieten. Eine Rosenschau zum Beispiel sollte immer dabei sein – die Königin der Blumen ist in den meisten Privatgärten zu finden und hat unzählige Liebhaber. Ansonsten setzten wir bei allen Gartenschauen eigene Akzente.

Und was ist das Besondere der elf Hallenschauen in Hemer?
Roth: Passend zum Veranstaltungsprogramm rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika beschäftigen sich zum Beispiel drei Blumenschauen mit dem afrikanischen Kontinent. Das reicht von einer Hallenschau zum Kaffeeland Äthiopien, bei der vor allem Tisch- Dekorationen zu sehen sind, über Zimmerpflanzen und Kunsthandwerk bis Präsentation von Kräutern und Gewürzen, deren heilende Wirkung von Medizinmännern angewandt wird.

Zwischen den einzelnen Schauen liegen jeweils drei Tage. Ist die Blumenhalle in dieser Zeit geschlossen?
Roth: Nein, ein Besuch lohnt sich auch während der Umbauphase. Wir räumen nie alles auf einmal ab, sondern lassen Elemente der alten Schau stehen, während wir die neue Pflanzenpracht aufbauen. Und die Besucher haben Gelegenheit, uns live bei der Arbeit zu beobachten –natürlich besteht dann auch die Gelegenheit für ein kleines Pläuschchen unter Pflanzenfreunden.

Was haben die Hemeraner Blumenschauen noch zu bieten?
Roth: Im Vordergrund stehen natürlich die Blumen, wir zeigen tausende Pflanzen, mehr als 300 verschiedene Arten und allein zur Eröffnungsschau ab dem 17. April sind zehntausende Azaleen und andere Frühlingsblumen zu sehen. Zu jeder Ausstellung präsentieren wir außerdem noch einen „gedeckten Tisch“, mit vielen unterschiedlichen Deko-Ideen für festliche, ausgefallene, oder frühlingshafte Tafeln oder Wohnraum-Ideen zum Thema „Mit Pflanzen leben“.

Werden auch regionale Gartenbaubetriebe eingebunden?
Roth: Ich beziehe die Pflanzen nach Möglichkeit von Betrieben aus der Region. Die bis zu 2,50 Meter großen Azaleen für die Eröffnungsschau stammen etwa aus dem Rheinland. Vom Verband Deutscher Orchideen-Betriebe mit Sitz in Dortmund bekomme ich ganz besondere Orchideen, die im Zentrum der zweiten Schau „Kostbarkeiten der Natur“ vom 6. bis 16. Mai stehen.