Mit der Geburt eines Kindes stellt sich den frischgebackenen Eltern eine Vielfalt von Fragen. „Eine der wichtigsten Entscheidungen ist die Frage, ob und wann man einen Teil der Erziehung des neuen Erdenbürgers in die Obhut fremder Hände geben möchte. Oft stehen insbesondere die Frauen unter diesem Entscheidungsdruck. Die Erwartungshaltung des Arbeitgebers, die Sicherung des Arbeitsplatzes oder schlichtweg die finanzielle Notwendigkeit lassen dabei manchmal keinen großen Spielraum", erklären Claudia Heetfeld vom Jugendamt der Stadt Hemer und Marion Battista vom AWO Kindertagespflegebüro Iserlohn.
Aus diesem Grund wird sehr oft nach dem ersten, spätestens nach dem zweiten Lebensjahr des Kindes die Rückkehr in die Berufstätigkeit angestrebt.
Wenn dann die Obhut des Kindes nicht durch Familienmitglieder abgedeckt werden kann, beginnt für die Eltern die Suche nach einer geeigneten Betreuungsmöglichkeit. Neben der sogenannten U-3 Betreuung in Kindertageseinrichtungen bietet sich auch die Suche nach einer guten Tagesmutter an.
Eltern sollten jedoch bei der Wahl ihrer Tagesmutter sehr umsichtig vorgehen und sich möglichst den Rat einer seriösen Vermittlungsstelle einholen.
Die Jugendämter der Kommunen können dabei behilflich sein und Ihnen die richtigen Ansprechpartner benennen. So hat das Jugendamt Hemer direkt für den Bereich Kindertagespflege eine Anlaufstelle eingerichtet, während das Iserlohner Jugendamt sehr intensiv mit dem AWO Kindertagespflegebüro zusammen arbeitet. Von dort aus werden Tagespflegeltern auf „Herz und Nieren" überprüft, ausgebildet und auch während ihrer Tätigkeit als Tagespflegeeltern weiter begleitet.
Das familiäre Umfeld wird bereits im Vorfeld überprüft, auch von allen Erwachsenen im Haushalt lebenden Personen werden polizeiliche Führungszeugnisse und ärztliche Atteste eingeholt. In ausführlichen Gesprächen und Hausbesuchen werden die potentiellen neuen Tagesmütter auf ihre Eignung hin eingeschätzt und dürfen nur bei einer positiven Beurteilung den Ausbildungskurs bei einem Bildungsträger über 160 Stunden beginnen. In Hemer und Iserlohn sind das die Volkshochschulen. Erst nach bestandener Abschlussprüfung dürfen sich diese dann „Zertifizierte Tagesmutter" nennen.
„Doch Vorsicht", warnt Claudia Heetfeld, „mit dieser Zertifizierung alleine ist es nicht getan. Das komplette Sicherheitspaket haben suchende Eltern nur, wenn die Tagespflegeeltern auch eine offizielle Pflegeerlaubnis des jeweiligen Jugendamtes vorweisen können. Nur mit dieser Pflegeerlaubnis darf man Tageskinder betreuen." Eltern sollten sich also grundsätzlich das Zertifikat und die Pflegeerlaubnis vorlegen lassen. Bei einer Beratung und Vermittlung durch die Ansprechpartnerinnen in Hemer und Iserlohn können Eltern sicher sein, dass nur Tagespflegeeltern empfohlen werden, die diesen Kriterien entsprechen.
Zuständig für den Bereich Kindertagespflege sind Claudia Heetfeld vom Jugendamt der Stadt Hemer (02372/551-282; c.heetfeld@hemer.de) und in Iserlohn Marion Battista vom AWO Kindertagespflegebüro (02371/78 46 72; kindertagespflege-iserlohn@awo-ha-mk.de).
Die Kindertagespflege wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Europäischen Sozialfond für Deutschland gefördert.