Arbeitslosigkeit im MK saisonal bedingt angestiegen

Konjunkturell und saisonal bedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn


Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis angestiegen. Aktuell suchen 14.896 Personen eine neue Beschäftigung, 7,7 Prozent (1.078 Personen) mehr als im Dezember.

Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn: „Ein kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn ist wegen des Saisoneffekts nichts Ungewöhnliches. Der hohe Bestand von 2.186 offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen ist ein Indiz für einen robusten Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis. "

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote steigen
Der Anstieg zum Jahresbeginn ist nicht ungewöhnlich, aber im Vergleich zu den Jah-resauftakten der Krisenjahre 2008 und 2009 wesentlich geringer. Die Zahl der Arbeitslosen im Märkischen Kreis ist im Januar 2012 gegenüber Januar 2011 immerhin um 13,9 Prozent (2.414 Personen) gesunken. Weitere Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Monat, der zu Lasten aller Personengruppen geht, ergeben sich aus den üblichen Quartalskündigungster-minen Ende Dezember und den Arbeitslosmeldungen nach dem Ende dreieinhalb- und zweieinhalbjähriger Berufsausbildungen im Januar. Letzteres hat insbesondere Auswirkungen auf die Jugendarbeitslosigkeit: 1.206 Personen der unter 25-Jährigen suchen eine neue Beschäftigung, 16,1 Prozent mehr als im Dezember (167 Personen).
Die Arbeitslosenquote (AQ), errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beläuft sich im Januar für den Märkischen Kreis auf 6,6 Prozent und liegt damit 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Dezember 2011 (AQ: 6,2 Prozent) aber 1,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Januar 2011.

Komponenten der Unterbeschäftigung
Durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente kann für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Iserlohn die Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden. Teilnahmen an Maßnahmen aktivieren Arbeitslose, ihre Suchstrategien dem Markt anzupassen. So kann gerade in der ersten Phase der Arbeitslosigkeit verhindert werden, dass wertvolle Zeit ungenutzt verstreicht.
Im Januar befinden sich 1.068 Personen in einer beruflichen Qualifizierung, 839 Personen sind in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt. Als arbeitsuchend gelten im Januar außerdem 465 Personen, die an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teilnehmen. 705 erhalten beschäftigungsbegleitende Leistungen, wie z.B. den Gründungszu-schuss bei Existenzgründungen (452 Personen) oder befinden sich in Altersteilzeit (348 Personen). 567 Personen fallen unter die Regelung des § 53a SGB II, wonach mindestens 59-Jährige dann nicht als arbeitslos gelten, wenn sie mindestens 12 Monate ALG II bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Die Zahl der Arbeitslosen summiert sich im Märkischen Kreis aus Kunden der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit Iserlohn) und der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Jobcenter Märkischer Kreis). In beiden Rechtskreisen stieg die Zahl der Be-schäftigungssuchenden im Märkischen Kreis zu Jahresbeginn.

Agentur für Arbeit
Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung ist im Januar um 14,4 Prozent (549 Personen) auf insgesamt 4.357 Personen angestiegen. Damit ist die Agentur für Arbeit Iserlohn für rund 30 Prozent aller Arbeitslosen zuständig.
636 Arbeitslose sind unter 25 Jahren. In dieser Gruppe ist der Zuwachs mit 28,2 Pro-zent (140 Personen) besonders deutlich. „Die im Märkischen Kreis typischen technischen Ausbildungen wie Industrie-, Werkzeug- oder Zerspanungsmechaniker laufen im Januar mit der Prüfung aus. Ausbildungsabsolventen, die danach nicht übernommen wurden oder auch junge Fachkräfte, die nach Ihrem Ausbildungsende im Sommer nur einen befristeten Anschlussvertrag erhalten haben, sind nun vermehrt arbeitslos geworden", so Stechele. Aber er ist zuversichtlich: „Der hohe Bedarf an Fachkräften hilft unseren Arbeitsvermittlern, die frisch qualifizierten jungen Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen!"

Die Zunahme bei den Arbeitslosen ergibt sich darüber hinaus merklich saisonal be-dingt aus den Außenberufen. Allein 129 Zugänge in Arbeitslosigkeit kommen aus dem Baugewerbe und schlagen deutlich zu Buche. Dies sind 138,9 Prozent (75 Zu-gänge) mehr als im Vormonat. Neben diesen saisonalen Kündigungen sind auch die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus der Arbeitnehmerüberlassung für den Märkischen Kreis bedeutend. 244 Personen (+58,4 Prozent) meldeten sich aus einer Beschäftigung in der Zeitarbeit. Im Vormonat waren es 154.  Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber Januar 2011 um 21,7 Prozent (-1.211 Perso-nen) zurückgegangen. Mit -22,9 Prozent profitierte davon insbesondere die Gruppe der über 50Jährigen (-536 Personen).

Jobcenter Märkischer Kreis
Im Januar 2012 ist die Arbeitslosigkeit im Jobcenter Märkischer Kreis um 5,2 Prozent und damit um 522 Personen auf insgesamt 10.539 Personen erstmals seit August 2011 wieder angestiegen. „Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit war aufgrund der im Winter reduzierten wirtschaftlichen Aktivitäten vieler Branchen saisonbedingt zu erwarten, allerdings nicht in dieser Deutlichkeit", sagt Volker Riecke, Geschäftsführer des Job-centers Märkischer Kreis und weist darauf hin, dass demgegenüber die Zahl der er-werbsfähigen Leistungsberechtigten -darin enthalten ist die Zahl der Arbeitslosen- um lediglich 0,9 Prozent bzw. 122 Personen auf 22.139 angestiegen ist. Dieser moderate Anstieg sei auch bei der Entwicklung der Zahl der Bedarfsgemeinschaften zutreffend, diese erhöhte sich leicht um 0,6 Prozent bzw. 96 Bedarfsgemeinschaften auf insge-samt 16.056.

„Die Abweichung zwischen dem Anstieg der Arbeitslosigkeit und der erwerbsfähigen Leistungsempfänger ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass in diesem Monat die Zahl der an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmenden Personen rückläufig ist.  Volker Riecke weist zudem darauf hin, dass die Abgänge in den ersten Arbeitsmarkt mit einer Anzahl von 247 den niedrigsten Stand seit Januar 2010 aufweisen. Hinge-gen sind die Zugänge aus dem ersten Arbeitsmarkt auf 405 angestiegen und über-schreiten den Durchschnitt des Vorjahres um knapp 14 Prozent. Von diesen insgesamt 405 Zugängen aus dem ersten Arbeitsmarkt, war zuvor nahezu die Hälfte der Personen im Bereich der Personaldienstleistung beschäftigt. Von dem Anstieg der Arbeitslosigkeit sind alle Alters- und Personengruppen betroffen: Im Bereich der unter 25-Jährigen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 5,0 Prozent bzw. 27 auf aktuell 570 Personen. Die Anzahl der Arbeitslosen der Altersgruppe der über 25-Jährigen hat sich gegenüber Dezember 2011 um 5,2 Prozent bzw. 495 auf 9.969 Personen erhöht. Im Bereich 50plus ist die Arbeitslosenzahl um 7,2 Prozent bzw. 199 auf 3.002 Per-sonen angestiegen. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen hat sich im Januar um 3,0 Prozent bzw. 146 auf 5.061 Personen erhöht. Im Vergleich zu Januar 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen um 10,3 Prozent bzw. um 1.211 Personen zurückgegangen

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt ist durch viel Bewegung, seine Zu- und Abgänge, gekennzeichnet. Im Januar meldeten sich 3.773 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, somit 333 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 2.697 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 531 weniger als zu Jahresbeginn 2011. 1.587 Personen meldeten sich direkt aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos, immerhin 7,8 Prozent (135 Personen) weniger als im Januar 2011. Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 655 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 21,1 Prozent (175 Personen) weniger als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage
Die Zahl der Stellenmeldungen bewegte sich auf gutem Vorkrisenniveau. Sie lag mit 664 sozialversicherungspflichtig gemeldeten Stellen leicht über dem Stellenzugang von 2008 (650 Stellen), aber um 23,5 Prozent bzw. 204 Stellen niedriger als im Janu-ar 2011. Trotz dieses Rückgangs an Stellenmeldungen bewegt sich der Bestand mit 2.186 sozialversicherungspflichtigen Stellen auf einem hohen Niveau und entspricht damit fast exakt dem Januar 2011 (+2 Stellen). Gegenüber Januar 2011 ist insbe-sondere in den Gesundheits- und Sozialberufen der Stellenbestand um 17,7 Prozent und im Verkehr- und Logistikbereich um 18,5 Prozent angestiegen. 42,7 % des Stellenbestandes liegen für Tätigkeiten im Verarbeitenden Gewerbe vor. „Diese hohen Bestandszahlen belegen, wie robust der Arbeitsmarkt gegenwärtig ist. Für einzelne Bereiche gibt es bereits Fachkraftengpässe. Dies gilt insbesondere für den Pflegebereich, in einzelnen Berufen des Metallgewerbes und des Handwerks sowie für hochqualifizierte Tätigkeiten auf der Ingenieurebene", so Stechele. (Quelle: Presseinformation der Agentur für Arbeit Iserlohn und Jobcenter MK zur Arbeitsmarktberichterstattung im Januar 2012)