Der Rat der Stadt Hemer beschließt Bau eines neuen Hallenbades auf der Bahnhofsfläche

Das alte Hademarebad in Hemer
Pressemeldung vom 01.03.2019

Die Grundsatzentscheidung zum Bau eines neuen Hallenbades wurde in der vergangenen Ratssitzung am Dienstag, 26. Februar, gefällt. Mit 21 zu 14 Stimmen setzten sich die Fraktionen der CDU, FDP und GAH mit einem gemeinsamen Antrag durch. Demnach soll eine Kompromisslösung auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände realisiert werden.

Das neue Hallenbad soll ein Schwimmbecken mit fünf Bahnen erhalten und zur Hälfte mit einem Hubboden ausgestattet sein. An das große Becken wird in L-Format noch ein weiteres Becken integriert, welches gegebenenfalls als Sprungbecken dienen soll oder als Ausweichmöglichkeit für Schwimmer bei hochgefahrenem Hubboden.

Bürgermeister Michael Heilmann verteidigte zu Beginn der Sitzung die vorgeschlagene Lösung der Verwaltung. Er appellierte an alle Ratsmitglieder, die Finanzsituation der Stadt Hemer zu bedenken und die Entscheidung mit Weitsicht zu treffen. Das strukturelle Defizit von circa zwei Millionen Euro könne sich bei einer Entscheidung für eine zu teure Variante weiter verschlechtern und schlechtestenfalls zu Steuererhöhungen führen. Selbst der Vorschlag der Verwaltung übersteige schon den jährlichen Zuschussbedarf von 465.000 Euro für das derzeitig bestehende Hallenbad. Dies sei zu rechtfertigen, um vor allem das Schulschwimmen ganzjährig zu gewährleisten.

Anschließend wurde auch den Fraktionen noch einmal die Gelegenheit gegeben, ihre Position darzustellen.

Den gemeinsamen Vorschlag der CDU und FDP bezeichneten die beiden Fraktionsvorsitzenden Martin Gropengießer und Arne Hermann Stopsack als guten Kompromissvorschlag. Hier würde Mitte und Maß gehalten, um sowohl den Bürgern, Vereinen und Schulen gerecht zu werden, und zugleich einen gesunden Blick auf die Finanzen zu bewahren. Steuererhöhungen würden mit dem Vorschlag vermieden und eine gesunde Balance zwischen den investiven Maßnahmen gefunden.

Antje Bötcher von Larcher schloss sich für die GAH dem Vorschlag von CDU und FDP an und erweiterte den Vorschlag noch. Der Sprungbereich solle alle Voraussetzungen für einen drei Meter Turm erfüllen, die Kosten seien bei der Planung zu ermitteln und erst im Anschluss eine verbindliche Entscheidung getroffen werden. Ebenfalls sollen alle Fördermittel und Kostenbeteiligungen geprüft und die Suche nach Investoren und Sponsoren aufgenommen werden.

Die SPD hielt an ihrer vorgeschlagenen „großen Lösung“ fest. Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Klein erörterte, dass man sich an dem Bedarf der Bürger orientieren solle und die SPD ein attraktives Bad für Jung und Alt zur Verfügung stellen wolle. Auch die SPD wolle keine Steuererhöhungen und werde sich auch weiter dafür einsetzen. Jeder Vorschlag berge finanzielle Risiken und die Kosten seien zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klar kalkulierbar.

Knut Kumpmann erklärte für die UWG, dass die Fraktion weiter an dem Bestandsbad festhalten wolle und eine Renovierung favorisiere. Das Bestandsbad werde den Vereinen und der Bevölkerung gerecht, und auch der Standort des jetzigen Hallenbades sei optimal, so könne die Fläche des alten Bahnhofes für weitere Projekte genutzt werden.

Der Vorschlag der UWG wurde mit 30 zu 4 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt, ebenso der Antrag der SPD mit 26 zu 9 Stimmen für die „große Lösung“.

Die Fraktionen der CDU, FDP und GAH einigten sich darauf, den Vorschlag der GAH in den Antrag der FDP und CDU zu übernehmen. Schließlich wurde der Vorschlag mit 21 zu 14 Stimmen beschlossen.