Altbau-Sanierung der „Räuberbande“

Pressemeldung vom 26.06.2019

Im Altbau der städtischen Kindertagesstätte „Räuberbande“ werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der Sanitäreinrichtungen und Gruppenräume (Wände, Fußboden, Lärmschutz) im Jahr 2019 stattfinden. Darüber wurde der Elternrat der Einrichtung bereits im vergangenen Jahr informiert. Im Zuge der Vorbereitungsmaßnahmen wurden Raumluftmessungen im Altbau der KTE am Birkenweg vorgenommen. Um Hinweise auf potenzielle Luftschadstoffe auch im unteren Spurenbereich zu erlangen, erfolgten die Messungen unter worst-case-Bedingungen. Das heißt, dass die Räume mindestens zwölf Stunden ungelüftet waren, ehe die Messungen eingeleitet wurden. Bis auf eine leichte Überschreitung des Formaldehyd-Vorsorgerichtwertes I* (100 µg/m³) in den Räumen der Drachengruppe und Marienkäfergruppe sind alle Messergebnisse vom Hygieneinstitut Gelsenkirchen und dem Gesundheitsamt des Märkischen Kreises als absolut unbedenklich eingestuft worden.

Folgende Formaldehyd-Werte wurden festgestellt:

  • - Drachengruppe: 114 µg/m³
  • - Löwengruppe: 80 µg/m³
  • - Marienkäfergruppe: 120 µg/m³

Bei einer weiteren Messung unter realen Nutzungsbedingungen (normales Lüftungsverhalten) wurden folgende Formaldehyd-Werte festgestellt:

  • - Drachengruppe: 41 µg/m³
  • - Löwengruppe: 21 µg/m³
  • - Marienkäfergruppe: 21 µg/m³

Folgende Einschätzung dieser Werte erhielt die Stadt Hemer vom Hygieneinstitut Gelsenkirchen: „Bei ausreichender Frischluftzufuhr kommt es trotz der sommerlichen Temperaturen > 28°C zu keiner relevanten Anreicherung von Formaldehyd. Der Richtwert von 100 µg/m³ wird deutlich unterschritten.“

Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Stadt Hemer als Träger der Einrichtung nicht nur ein normalerweise ausreichendes Lüftungskonzept erstellen und anweisen, sondern präventiv weitergehende Maßnahmen ergreifen.

Während der Schließzeit vom 15. Juli bis 2. August werden im Rahmen der ohnehin geplanten Sanierungsmaßnahmen die Wände zunächst in der Drachengruppe zusätzlich mit Schafswollvlies hinter Gipskarton ausgekleidet. Dabei entstehen laut Angaben des Herstellers des Vlieses in den Aminosäureketten der Wolle neue Vernetzungen – das Formaldehyd wird abgebaut. Diese Funktionalität wurde über Jahre durch das deutsche Wollforschungsinstitut in Aachen und das eco Institut Köln untersucht, nachgewiesen und inzwischen in zahlreichen Sanierungsfällen erfolgreich eingesetzt. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen werden seitens der Stadt Hemer selbstverständlich erneut Raumluftmessungen durchgeführt, um den Erfolg der Sanierung beurteilen zu können.

Nach und nach sollen dann auch die anderen Räume des Altbaus in dieser Weise saniert werden. Damit der laufende Betrieb der Kindertageseinrichtung aufrechterhalten werden kann, werden die jeweiligen Gruppen kurzfristig ins „Blauland“ verlegt.

Die Eltern der Kinder aus der „Räuberbande“ werden mit einem Anschreiben des Fachdienstes Kindertagesbetreuung direkt informiert.

Für allgemeine Rückfragen steht die Fachdienstleitung für Kindertagesbetreuung, Heike Greitens (Tel. 02372/551-381; h.greitens@hemer.de), für technische Rückfragen der Fachdienstleiter der Bauverwaltung, Stefan Nepelius (Tel. 02372/551-150; s.nepelius@hemer.de) zur Verfügung.

 

 

 

 

* Richtwert I (RW I - Vorsorgerichtwert)

beschreibt die Konzentration eines Stoffes in der Innenraumluft, bei der bei einer Einzelstoffbetrachtung nach gegenwärtigem Erkenntnisstand auch dann keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist, wenn ein Mensch diesem Stoff lebenslang ausgesetzt ist. Eine Überschreitung ist allerdings mit einer über das übliche Maß hinausgehenden, unerwünschten Belastung verbunden. Aus Gründen der Vorsorge sollte auch im Konzentrationsbereich zwischen Richtwert I (Vorsorgerichtwert) und II (Gefahrenrichtwert) gehandelt werden, sei es durch technische und bauliche Maßnahmen am Gebäude oder durch verändertes Nutzerverhalten. RW I kann als Zielwert bei der Sanierung dienen.