75 Jahre in Frieden und Freiheit

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

heute ist ein besonderer Tag, der 8. Mai. Wir erinnern uns heute an einen Tag zurück, der für die Menschen und das Gemeinwesen in unserem Land von ganz besonderer Bedeutung ist: Am 8. Mai 1945, vor genau 75 Jahren, endete mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht formell der Zweite Weltkrieg. Damit siegten die Alliierten über das Deutsche Reich und die Diktatur der Nationalsozialisten.

Ein Sieg über eine Herrschaft, die von nie dagewesener Grausamkeit und Gehorsam geprägt war. Über sechs Millionen Menschen hat der Holocaust das Leben gekostet, über 55 Millionen Menschen haben im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren. Kaum vorstellbare Zahlen in der heutigen Zeit – und doch entsprechen sie einer Realität, die wir niemals vergessen werden.

Daher schätzen wir heute - 75 Jahre nach der Befreiung - diesen Tag besonders, denn wir feiern damit gleichzeitig, dass wir in unserer Stadt, in unserem Land und in weiten Teilen Europas seit 75 Jahren in Frieden und Freiheit leben dürfen.

Auch dass wir reisen und politisch tätig werden dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Dies waren Errungenschaften, für die lange gekämpft werden musste und letztendlich 1949 in unserem Grundgesetz festgeschrieben wurden. An dieser Stelle möchte ich auch die Freundschaft mit Doberlug-Kirchhain und insbesondere unsere deutsch-französischen und die deutsch-russische Städtepartnerschaften hervorheben, die zur Völkerverständigung und damit zum Erhalt des Friedens auch im Kleinen beitragen.

Wie wichtig diese Grundfesten der Demokratie für uns sind, zeigt sich in der aktuellen Situation sehr deutlich. Eine neue Gefahr bedroht dieses Land, unser vereintes Europa und die gesamte Welt. Keine Waffe und keine Bombe, sondern ein neues Virus. Aktuell sind – zum Wohle der Gesellschaft - einige dieser geschaffenen Grundrechte außer Kraft gesetzt und die Berufs- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt. In dieser durch die Pandemie ausgelösten Einschränkungen wird uns bewusst, wie wertvoll und selbstverständlich unsere Freiheitsrechte für uns geworden sind und auch wie dankbar wir diese Errungenschaften von Frieden und Freiheit schätzen sollten.

Große Ereignisse und große Krisen verändern die Welt. Aus den Trümmern des 2. Weltkriegs haben unsere Eltern und Großeltern eine neue und bessere Welt aufgebaut. Auch die derzeitige Krise wird viel Schaden anrichten und ‚Trümmer‘ hinterlassen. Das ist traurig. Es ist jetzt aber auch an uns, mit Menschlichkeit, Weitsicht und einer positiven Grundeinstellung aus der Krise unsere Gemeinschaft in Hemer neu aufzubauen.

Viele Grüße – und bleiben Sie gesund.

Ihr Michael Heilmann

Bürgermeister Michael Heilmann

Bürgermeister Michael Heilmann

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