14.05.2018 / Leben in Hemer

Riesen-Bärenklau bitte frühzeitig im Rathaus melden

Oft verwechselt: der Riesen-Bärenklau (links) und der harmlose Wiesen-Bärenklau. Wer genau hinschaut, kann die ?spitz-gezackten? Blätter des Riesen-Bärenklaus aber von der deutlich runderen Form des Wiesen-Bärenklaus unterscheiden. Und wer trotzdem unsicher ist, schickt sein Foto einfach an Rüdiger Filipski bei der Stadt Hemer. (Montage: Stadt Hemer)
Oft verwechselt: der Riesen-Bärenklau (links) und der harmlose Wiesen-Bärenklau. Wer genau hinschaut, kann die ?spitz-gezackten? Blätter des Riesen-Bärenklaus aber von der deutlich runderen Form des Wiesen-Bärenklaus unterscheiden. Und wer trotzdem unsicher ist, schickt sein Foto einfach an Rüdiger Filipski bei der Stadt Hemer. (Montage: Stadt Hemer)

Der Riesen-Bärenklau ist Bürgern und Stadt ein Dorn im Auge. Dass eine gesundheitliche Gefahr von ihm ausgeht, ist bekannt. Die Stadt Hemer und der Märkische Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich der Saft der Pflanzenteile in Kombination mit der Einwirkung von UV-Strahlen aus dem Sonnenlicht zu verbrennungsähnlichen Verletzungen führen kann. Damit soll die Gefahr, die vom Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, keineswegs kleingeredet werden, wohl aber für einen sensiblen Umgang der Menschen mit der Pflanze geworben werden, denn eine Gefahr geht von der Staude ausschließlich bei Berührung der milchigen Flüssigkeit aus. Ein sorgsamer Umgang mit der Pflanze und ihren Gefahren ist also geboten, Grund zur Hysterie besteht hingegen nicht.

Ein weiterer negativer Aspekt des Riesen-Bärenklaus liegt im Schutz der hiesigen Fauna und Flora. Rüdiger Filipski vom Fachdienst Stadtplanung und Umwelt bei der Stadt Hemer erklärt: "Die Fähigkeit, hohe und dichte Pflanzenbestände aufgrund ihres großen Ausbreitungsvermögens über massenhafte Samenproduktion zu bilden und zudem schneller zu wachsen als heimische Pflanzen, kann zur flächendeckenden Verdrängung heimischer Pflanzenarten und der daran gebundenen Tiere führen."

Für die Stadt Hemer ist die Bekämpfung vorhandener Bestände daher von Bedeutung, insbesondere in Bereichen, in denen Menschen leicht in direkten Kontakt mit der Pflanze kommen könnten. Filipski: "Bekannte Wuchsorte an Straßen, Wegen, vor Schulen oder Kindergärten sowie an Spielplätzen können uns gerne gemeldet werden." In der Verwaltung ist er unter Tel. 02372/551-171 oder per E-Mail (r.filipski@hemer.de) erreichbar. Der Märkische Stadtbetrieb kümmert sich dann um die Bekämpfung, wobei diese sehr aufwändig ist, und gemeldete Stauden nicht immer unmittelbar entfernt werden können. Hier wird eine Prioritätenliste erstellt, die dann schnellstmöglich abgearbeitet werden wird.

Gelegentlich werden auch kleinere Exemplare des Riesen-Bärenklaus mit dem harmlosen heimischen Wiesen-Bärenklau oder mit anderen so genannten Doldenblütlern verwechselt. Sie gehören aber der heimischen Vegetation an und werden selbstverständlich nicht bekämpft. In Zweifelsfällen können Fotos - insbesondere der Blätter - der betreffenden Pflanzen an Rüdiger Filipski gesendet werden.

Ein paar Tipps zur Unterscheidung der heimischen Doldenblütlern vom Riesenbärenklau gibt es auch: Der Riesen-Bärenklau ist in ausgewachsenem Zustand bereits allein durch seine imposante Größe gut zu erkennen. An manchen, vorrangig sehr feuchten, Standorten kann die Pflanze eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen, die Blätter einen Durchmesser von einem Meter. Zum Vergleich: Der heimische Wiesen-Bärenklau ragt lediglich 50 bis 150 Zentimeter in die Höhe.

Auf privaten Grundstücken wird der Märkische Stadtbetrieb nicht aktiv, hier sind die Grundstückseigentümer verantwortlich, können sich aber Ratschläge zur wirksamen Bekämpfung bei Rüdiger Filipski einholen. Ein paar Grundregeln bzw. Schutzmaßnahmen sollten immer beachtet werden:

  • vollständige Bekleidung, Handschuhe und seitlich schließende Schutzbrille, um Hautkontakt mit dem Pflanzensaft zu vermeiden,
  • die Bekämpfung möglichst in den Abendstunden bei geringerer UV-Strahlung mach am meisten Sinn,
  • gelangt dennoch Pflanzensaft auf die Haut, muss diese sofort mit Wasser und Seife gründlich abgewaschen werden
  • der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte auf Grund der Gesundheits- und Umweltgefährdung unbedingt vermieden werden,
  • die wirksamste Bekämpfung der Pflanze gelingt durch das Abstechen der oberen 10 bis 15 cm der unter der Erdoberfläche befindlichen Pfahlwurzel.
Ihr Ansprechpartner

Herr Filipski, Rüdiger

02372/551-171 E-Mail:
r.filipski@hemer.de
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