Portrait & Geschichte

Stadtportrait: Das ist Hemer

Der Blick auf Hemer...
Der Blick auf Hemer...

Die westfälische Stadt Hemer zählt knapp 38.000 Einwohner und liegt im Norden des Märkischen Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg. Die Verkehrsanbindung erfolgt über die A 46, die bei Hagen von der Sauerlandlinie A 45 nach Osten abzweigt und bei Hemer zunächst endet und in die B 7 einmündet. Hemer ist in die reizvolle, waldreiche, von Tälern zergliederte Mittelgebirgslandschaft des nördlichen Sauerlandes eingebettet.

Mehr als die Hälfte des 67,5 Quadratkilometer umfassenden Stadtgebietes besteht aus Wald. Die höchste Erhebung der Stadt ist der Balver Wald mit 546 Meter, der tiefste Punkt liegt in der Bachniederung der Oese im Stadtteil Becke bei 160 Meter. Hemer hat insbesondere im Bereich der Massenkalkzone östlich des Stadtzentrums sehenswerte Naturschönheiten zu bieten: die Heinrichshöhle, eine Schauhöhle mit fantastischen Tropfsteingebilden, einem vollständigem Höhlenbärenskelett und lebensgroßen Modellen vom Höhlenbär und von der Höhlenhyäne, das benachbarte Felsenmeer, eine in Deutschland einmalige, bizarre Felsenlandschaft oder das romantische Hönnetal mit seinen bis zu 60 Meter hohen, wild zerklüfteten Steilhängen und Klippen.

Das Felsenmeer.
Das Felsenmeer.

Nur ca. 300 m von der Heinrichshöhle entfernt öffnet sich auf der Deilinghofer Hochfläche unvermittelt eine tiefe Schlucht mit einer wild zerklüfteten Felsenlandschaft, deren Entstehung auch heute noch voller Rätsel steckt. Das Felsenmeer gehört zu einem besonders intensiv verkarsteten Teil des am Südrand des Ruhrgebietes verlaufenden Kalkzuges, der auf ein Korallenriff aus dem oberen Mitteldevon von ca. 360-380 Mio Jahren zurückzuführen ist. Die intensive geologische Beanspruchung dieses Massenkalkzuges bei der variskischen Gebirgsbildung im Erdzeitalter des Karbons führte zu einer riesigen Störungszone. Im feucht-warmen Klima des Tertiär vor ca. 20-30 Mio Jahren ließ durch Auflösung des Kalksteins zu einer Kegelkarstlandschaft geformt wurde. Im Untergrund bildeten sich ausgedehnte Höhlensysteme. Während der Eiszeit wurde diese Landschaft von eingewehtem Lösslehm vollkommen überdeckt.

Seit dem frühen Mittelalter bis 1871 wurde im Felsenmeer zunächst im Tagebau, dann untertage Bergbau betrieben. Nach der Einstellung des Bergbaues entwickelte sich in dem Klippengebiet ein Buchenwald mit artenreicher Bodenfauna. Die Entstehung des ca. 800 m langen und 100-200 m breiten Taleinschnittes, in dem das alte Relief der Kegelkarstlandschaft aus dem Tertiär zu Tage tritt und die bizarre Kalksteinlandschaft des eigentlichen Felsenmeeres bildet, ist bis heute nicht völlig geklärt. Es ist ein kompliziertes Gemisch aus Geotop, Biotop und bergbaulichem Bodendenkmal.
Seit 1962 ist das Felsenmeer (ursprünglich 12,9 Hektar groß) aufgrund seiner herausragenden naturhistorischen, erdgeschichtlichen und kulturhistorischen Bedeutung als Naturschutzgebiet festgesetzt. 2004 wurde die Schutzfläche auf insgesamt 35 Hektar erweitert und im Jahr 2006 wurde das Felsenmeer aufgrund seiner Einmaligkeit in Deutschland von der Akademie für Geowissenschaften zu Hannover als "Nationales Geotop" ausgezeichnet und gehört damit zu den 77 bedeutendsten Geotopen in ganz Deutschland. Ein Besuch ist also in jedem Fall lohnenswert!

Hemer ist jedoch vor allem eine Industriestadt. Angepasst an die Anforderungen des Marktes können sich Hemeraner Produkte auch international behaupten. Drahtverarbeitungsmaschinen aus Hemer sind weltweit ebenso gefragt wie die Armaturen von Grohe oder Kaja und das Bad-Design von Keuco.

Die "Türmchenvilla".
Die "Türmchenvilla".

Neben vielen anderen Freizeitangeboten wie Hallenbad (in direkter Nähe des Landesgartenschau-Geländes), Freibad, weiteren modernen Sportstätten und den Angeboten verschiedener Vereine, bieten Volkshochschule und Musikschule ein attraktives Programm. Die kleine aber feine Stadtbücherei hat schon mehrfach für positive Schlagzeilen gesorgt. Architektonische Sehenswürdigkeiten sind vor allem die ehemaligen Adelssitze Haus Hemer und die Edelburg, beide in ihrer heutigen Form in den Jahren 1610-1614 erbaut, die Burg Klusenstein von 1353, die Deilinghofer Stephanus-Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die katholische Pfarrkirche St. Peter & Paul von 1700, die Ebbergkirche von 1820, das alte Amtshaus (heute Musikschule) von 1908, die Sundwiger Mühle von 1810 und das Fabrikantenhaus von der Becke von 1796.

Wen die Geschichte Hemers als Draht- und Papierstadt interessiert, dem sei ein Besuch des Felsenmeermuseums - eine restaurierte Jugendstilvilla - an der Hönnetalstraße empfohlen. Die sehenswerte Sammlung zeigt Exponate zur Erd- und Frühgeschichte, Industrie- und Stadtgeschichte sowie einer überregional bedeutenden Sammlung der Banater Schwaben. Unmittelbar neben dem Museum arbeitet die Sundwiger Mühle, die letzte Wassermühle im Märkischen Kreis. Noch heute wird hier Mehl gemahlen, zahlreiche Produkte des Landhandels runden das Sortiment der Familie Alberts ab.

1975 entstand aus der Zusammenlegung der Stadt Hemer mit den noch verbliebenen amtsangehörigen Gemeinden (Hemer, Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert) die neue Stadt Hemer in ihren heutigen Grenzen. Mit den Städten Steenwerck (Frankreich, seit 1967), Beuvry (Frankreich, seit 1968), Bretten (Deutschland, seit 1979), Obervellach (Österreich, seit 1985), Schelkowo (Russland, seit 1992) und Doberlug-Kirchain (Deutschland, seit 1991) verbindet Hemer zum Teil jahrzehntelange Städtepartnerschaften.

Die Hemeraner Herbsttage sind das Veranstaltungshighlight schlechthin. Alljährlich flanieren am letzten Septemberwochenende von Freitag bis Sonntag mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region durch das Stadtzentrum.

Auch als Bildungsstandort ist Hemer attraktiv. Der jüngste Nachwuchs ist in 16 Kindergärten und Kindertagesstätten gut aufgehoben. Acht Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium und eine Gesamtschule bieten ideale Bildungsvoraussetzungen. Die lebendige und vielseitige Schullandschaft wird durch vier Förderschulen ergänzt.

Mit der Landesgartenschau 2010 gab die Stadt Hemer die Antwort auf die Frage nach der zukunftweisenden Umwandlung des Geländes der ehemaligen Blücher-Kaserne. Die Landesgartenschau setzte auf Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit. Sie ebnete den Weg für mehr Lebensqualität in Hemer und schaffte eine Plattform, auf der die Region Südwestfalen ihre Stärken präsentieren wird. Heute lädt der Sauerlandpark Hemer als Nachfolger der Landesgartenschau Familien ein durchzuatmen, sich zu erholen.

Hemer kompakt:

Geographische Lage:
Nördliche Breite 51°, 23'
Östliche Lage 7°, 46'

Höhenlage über NN
Höchste Erhebung: 546 Meter - Balver Wald
Tiefster Punkt: 160 Meter - Edelburg
Mittlere Höhenlage Ortskern: 208 Meter

Fläche des Stadtgebiets: 6.755 Hektar

Waldfläche: 54,3 %
Landwirtschaftsfläche: 23,4 %

Einwohner: 37.626 (Stand: 31. Mai 2009)
davon männlich: 18.484
davon weiblich: 19.142

Postleitzahl: 58675

Vorwahl: 02372

Adresse der Stadtverwaltung: Hademareplatz 44, 58675 Hemer
Webpräsenz: www.hemer.de
Bürgermeister: Michael Heilmann (UWG)

Leben in Hemer

Städtepartnerschaften

Freundschaft und Frieden sind keine Selbstverständlichkeit. Sie bedürfen der Pflege, des Austausches, der gegenseitigen Akzeptanz und Toleranz.

Tourismus & Freizeit

Die Hemeraner Stadtteile

Im Rahmen der kommunalen Neuordnung wurden 1974 die Gemeinden Hemer, Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert zur neuen Gemeinde Hemer zusammengeschlossen.