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Über das Felsenmeer

Nur ca. 300 m von der Heinrichshöhle entfernt öffnet sich auf der Deilinghofer Hochfläche unvermittelt eine tiefe Schlucht mit einer wild zerklüfteten Felsenlandschaft, deren Entstehung auch heute noch voller Rätsel steckt. Das Felsenmeer gehört zu einem besonders intensiv verkarsteten Teil des am Südrand des Ruhrgebietes verlaufenden Kalkzuges, der auf ein Korallenriff aus dem oberen Mitteldevon von ca. 360-380 Mio Jahren zurückzuführen ist. Die intensive geologische Beanspruchung dieses Massenkalkzuges bei der variskischen Gebirgsbildung im Erdzeitalter des Karbons führte zu einer riesigen Störungszone. Im feucht-warmen Klima des Tertiär vor ca. 20-30 Mio Jahren ließ durch Auflösung des Kalksteins zu einer Kegelkarstlandschaft geformt wurde. Im Untergrund bildeten sich ausgedehnte Höhlensysteme. Während der Eiszeit wurde diese Landschaft von eingewehtem Lösslehm vollkommen überdeckt.

Seit dem frühen Mittelalter bis 1871 wurde im Felsenmeer zunächst im Tagebau, dann untertage Bergbau betrieben. Nach der Einstellung des Bergbaues entwickelte sich in dem Klippengebiet ein Buchenwald mit artenreicher Bodenfauna. Die Entstehung des ca. 800 m langen und 100-200 m breiten Taleinschnittes, in dem das alte Relief der Kegelkarstlandschaft aus dem Tertiär zu Tage tritt und die bizarre Kalksteinlandschaft des eigentlichen Felsenmeeres bildet, ist bis heute nicht völlig geklärt. Es ist ein kompliziertes Gemisch aus Geotop, Biotop und bergbaulichem Bodendenkmal.
Seit 1962 ist das Felsenmeer (ursprünglich 12,9 Hektar groß) aufgrund seiner herausragenden naturhistorischen, erdgeschichtlichen und kulturhistorischen Bedeutung als Naturschutzgebiet festgesetzt. 2004 wurde die Schutzfläche auf insgesamt 35 Hektar erweitert und im Jahr 2006 wurde das Felsenmeer aufgrund seiner Einmaligkeit in Deutschland von der Akademie für Geowissenschaften zu Hannover als "Nationales Geotop" ausgezeichnet und gehört damit zu den 77 bedeutendsten Geotopen in ganz Deutschland. Ein Besuch ist also in jedem Fall lohnenswert!

Hemer ist jedoch vor allem eine Industriestadt. Angepasst an die Anforderungen des Marktes können sich Hemeraner Produkte auch international behaupten. Drahtverarbeitungsmaschinen aus Hemer sind weltweit ebenso gefragt wie die Armaturen von Grohe oder Kaja und das Bad-Design von Keuco.