Vier neue Löschwassertanks stärken Brandschutz in Hemer

In Westig, Sundwig, Stephanopel und Ihmerterbach wird gebuddelt – Löschwasserbedarfsplanung ist eine Daueraufgabe für Politik, Verwaltung und Feuerwehr.

Die Stadt Hemer investiert rund 500.000 Euro in den Brandschutz der Bevölkerung und setzt vier neue Unterflur-Löschwassertanks in das Erdreich. Die Tanks werden an folgenden Standorten platziert: am Ortsausgang Westig (100 m³; Höhe Sportplatz Westig), an der Felsenmeerstraße / Sundwiger Weg (50 m³), im Bereich Heidermühle / Heide (100 m³; Stephanopel) sowie im Bereich Sülberg (100 m³; Ihmerterbach).

Die Löschwasserversorgung ist für die Stadt Hemer, die Feuerwehr Hemer und die Wasserversorger ein fortwährendes Thema, an dem kontinuierlich gearbeitet wird. Bedarfe verändern sich parallel zur Stadtentwicklung, etwa durch neue Baugebiete. Stadtverwaltung, politische Entscheidungsträger und Feuerwehr arbeiten dabei eng und dauerhaft zusammen.

„Der Löschwasserbedarf richtet sich nach der baulichen Nutzung und der Bauart – vom Einfamilienhaus über Mehrfamilien- und Wohnanlagen bis hin zu Misch- und Industriegebieten sowie Sonderobjekten“, erläutert Markus Heuel, Leiter der Feuerwehr Hemer. Im Rahmen des Löschwasserkonzeptes seien bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt worden, darunter zusätzliche Wasserleitungen und Hydranten sowie punktuelle Erhöhungen des Leitungsdrucks. „Mit der Installation von Löschwassertanks können größere Gebiete auf einen Schlag besser versorgt werden. In der Kosten-Nutzen-Abwägung sind sie das wirtschaftlichste Mittel“, so Heuel.

Auch Sven Köser, Fachbereichsleiter Bauen, betont den langfristigen Ansatz: „Die Löschwasserversorgung ist von höchster Priorität. Da die bestehende Infrastruktur der Trinkwasserversorgung in manchen Bereichen bei bestimmten Einsatzlagen nicht optimal ausreicht, sind bauliche Maßnahmen zur Schaffung einer alternativen Löschwasserversorgung notwendig.“ Ziel sei es, die erforderlichen Wassermengen im Brandfall direkt vor Ort vorzuhalten und damit den vorbeugenden Brandschutz weiter zu stärken.

Aus Sicht der Feuerwehr sind dabei unterschiedliche Anforderungen zu berücksichtigen. Andreas Schulte, Leiter der Abteilung Vorbeugender Brandschutz bei der Feuerwehr Hemer, erklärt: „Für den Einsatz ist es entscheidend, dass Hydranten in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Gibt es Einschränkungen seitens der Trinkwasserversorgung, werden auch andere Möglichkeiten wie unterirdische Löschwasserbehälter, Brunnen oder Teiche in Betracht gezogen.“

Die benötigten Löschwassermengen unterscheiden sich je nach Einsatzart deutlich: „Bei Wohnungsbränden ist eine schnelle Bereitstellung von mindestens zwei Rohren – sogenannten Angriffsleitungen – mit rund 340 Litern pro Minute entscheidend, um den Brand innerhalb kurzer Zeit, etwa zehn Minuten, unter Kontrolle zu bringen“, veranschaulicht Andreas Schulte. Mit dem Volumen von 100.000 Litern eines Löschwassertanks sei man künftig ausreichend versorgt und könne sogar mittlere Lagen (1.600 l/min) sowie – mit zeitlichen Einschränkungen und unter Mitnutzung des Trinkwassernetzes – größere Einsatzlagen bis zu 3.200 l/min bewältigen.

Durch die Firmen Brochwitz aus Plessa und Krutmann aus Menden werden die vier Löschwassertanks nacheinander in das Erdreich eingesetzt. Die Bauzeit pro Tank beträgt etwa drei bis vier Wochen. Die Tanks sind autark, werden durch die Feuerwehr einmalig befüllt und nicht an vorhandene Versorgungsleitungen angeschlossen. Folgekosten entstehen dadurch nicht.

Bürgermeister Christian Schweitzer stellt klar, dass die Maßnahme keinesfalls bedeutet, dass die Menschen oder ihre Häuser in den betroffenen Bereichen einer besonderen Gefahr ausgesetzt waren oder sind. „Die Löschwasserversorgung wird dauerhaft im Blick gehalten. Mit den vier neuen Löschwassertanks optimieren wir diese weiter, damit der Feuerwehr auch bei größeren Bränden ausreichend Löschwasser zur Verfügung steht. Wir wollen und müssen vorbereitet sein – die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger genießt höchste Priorität.“ Zugleich dankt der Bürgermeister den politischen Gremien für die kooperative Zusammenarbeit und die vorausschauenden Entscheidungen.

Stellten vor Ort in Westig den Auftakt der Löschwassertank-Installationen vor (v.l.): Heike Greitens, Sven Köser, Astrid Hanzen (alle Stadt Hemer), Markus Heuel, Andreas Schulte (beide Feuerwehr) und BM Christian Schweitzer.

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