Touristen informieren

Wandern in Hemer

Der Ökumenische Wanderweg Hemer

Eines Tages rief mich Pastor Rolf Neuhaus an und ich war gleich begeistert! Ein Weg, der nicht nur durch den Lauf der Jahreszeiten spannend ist, sondern auch noch mit kulturellen Häppchen gespickt wird. Ein Weg, der wie bei einer Schnitzeljagd Neugier auf den nächsten Stopp weckt und ein Weg, der sich mit Hemer und dem Glauben von früher und heute identifiziert.

Diese wundervolle Idee aus der Christuskirche - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hemer und der katholischen Gemeinde St. Vitus Hemer, zu der sich gerne noch die Freie evangelische Gemeinde Hemer gesellte, wurde irgendwo im ausklingenden Jahr 2021 geboren und vielleicht sogar noch viel früher. Gerade in dieser ökumenischen Ausrichtung auch ein Weg für (fast) alle.

Nun sollte dieses Projekt „Ökumenischer Wanderweg Hemer“ hauptsächlich ehrenamtlich initiiert werden. Ich als Touristikerin im Kulturbüro bot gerne an, das Wo und Wie zu begleiten, denn der Mehrwert lag von Anfang an auf der Hand: diesen Weg würden auch Menschen gehen, die sich für die Stadt und ihre Geschichte interessieren und Hemer einfach gerne zu Fuß erkunden wollen. Neben Hemeranerinnen und Hemeranern auch Gäste von außerhalb. Innehalten, bei sich sein, sich erfreuen an Darbietungen und und und…

Die Idee: An markanten Punkten weisen QR-Codes die Spaziergänger auf besondere Inhalte hin. Ein Blick ins Innere, ein Gedicht, ein Film, Musik, Atemübungen, Geschichte und Geschichten – der Vielfalt sind fast keine Grenzen gesetzt. Und da diese markanten Punkte einfach bespielt werden können und so neue Inhalte darauf warten, entdeckt zu werden, macht es auch Spaß, den ökumenischen Kulturwanderweg in Hemer immer wieder zu gehen. So haben wir das Erlebnis draußen zu sein mit der digitalen Welt verknüpft und laden zu Pausen ein.

Da es ein ca. 7 km Rundweg ist, den man ganz gut in 1,5 Stunden schaffen kann, ist es egal, wo man startet. Es geht am Christophorus-Brunnen vorbei, genauso wie durchs Felsenmeer und an den Streuobstwiesen, den Kulturquartier und dem jüdischen Friedhof.

Ob der Weg auch eine barrierefreie Route ist, werden wir im Praxistest noch feststellen. Da lässt sich bestimmt etwas machen ;-) Für einen ersten Eindruck gibt es hier schon eine Übersicht der Stopps.

Am Christophorus-Brunnen: eine Meditation zum Thema Wasser.

An der Felsenmeer-Aussichtsplattform:

Wir setzen uns mit verschiedenen Themen auseinander, die besonders tiefgründig wirken, wenn wir sie in der Natur an Ort und Stelle wahrnehmen. Herzliche Einladung zum Spaziergang und Impulsen, die Freude bereiten.

Für Kinder ein Trailer zu dem Märchen „Der Wolf und die 7 Geißlein

Wir setzen uns mit verschiedenen Themen auseinander, die besonders tiefgründig wirken, wenn wir sie in der Natur an Ort und Stelle wahrnehmen. Herzliche Einladung zum Spaziergang und Impulsen, die nachdenklich machen oder Freude bereiten oder beides.

Ein Trailer zum Puppenspiel „Anne Frank

Kunst und Kultur gibt es auf vielfältige Weise. Entdecken Sie ein paar Arbeiten, die sich auf Stein gestaltet wurden und als Inspirationen dienen können, das ganze Jahr über ein wenig künstlerisch tätig zu werden. Wann hatten Sie das letzte Mal einen Pinsel in der Hand oder auch einen Stein?

An diesem markanten Kunstwerk haben sich die Konfis der evangelischen Kirchengemeinde Hemer getroffen und diskutiert über Frieden und Vertreibung. Sie erzählen von ihren Gedanken und haben sich auch in Bildern mit dem Thema beschäftigt. Tun Sie das auch und lassen Sie den Impuls auf sich wirken.

Zwischen den Bäumen erahnen wir die St. Bonifatius-Kirche, eine der 5 Gottesdienstorte der katholischen St. Vitus-Pfarrei. Halten wir inne und lassen uns vom Glockengeläut einladen.

Gottes Lob, Gottes Einladung und Mahnung tragen die Glocken der Kirchen weit hinaus. Jede Glocke trägt eine Inschrift, sie ist zum Dienst geweiht.
In den Psalmen der Bibel ruft der Beter auf  zum Lobe Gottes, diese Aufgabe erfüllen die Kirchenglocken:
Lobt Gott in seinem Heiligtum, / lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
Lobt ihn für seine großen Taten, / lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!
Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, / lobt ihn mit Harfe und Zither!
Lobt ihn mit Pauken und Tanz, / lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!
Lobt ihn mit hellen Zimbeln, / lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
Alles, was atmet, / lobe den Herrn!                             ( Ps 150,1-8)

Herr, wir wollen dir danken für die Glocken auf unseren Kirchtürmen, die weit hörbar zu dir einladen.
Herr, wir wollen dir danken, dass du uns auch verstehst, wenn wir einmal kraftlos herumhängen. Du bringst uns neu in Bewegung.
Herr, wir danken dir, dass Glocken zum Frieden rufen und zur Versöhnung.
Wir dürfen den Glocken ähnlich sein, als deine kleinen und großen Boten. Amen.

Wenn man Sagen Glauben schenken mag, dann sollte  an diesem Ort die Sage vom Zwergenloch am Hallberg erwähnt werden: In der naheliegenden Höhle sollen sich vorzeiten Kobolde aufgehalten haben, die von den Leuten aufgesucht wurden, wenn sie etwas verloren hatten oder weil sie einen Rat von ihnen wollten. Und man glaubte, die Kobolde könnten helfen.

Andererseits wird in der Sage „Die Höhle von Sundwich.“ folgendes beschrieben: Diese Höhle soll vorzeiten von Zwergen  bewohnt gewesen sein. Als die Bewohner von Sundwig hier eine Kapelle  errichteten und dem Hl. Vitus weihten, sollen die Zwerge sich auf und davon gemacht haben.

Mit diesen Sagen erhalten wir Hinweise auf die erste christliche Kapelle in Hemer hier am Hallberg, die dem hl. Veit oder Vitus geweiht wurde. Damit schließt sich der Bogen zur 2021 neugegründeten katholischen St. Vitus-Gemeinde, die es bis zur Reformation in Hemer gab. Die alte evangelisch gewordene  Vitus-Kirche wurde  1818 wegen Baufälligkeit abtragen. Das Vitus-Denkmal im Park von Haus Hemer in der Geitbecke erinnert an die erste Kirche in Hemer.

Ist eine Höle, so bey dem ersten Eingang weitläufig, nach etlichen Schritten ist ein kleines Loch, durch welches man kriechen muß, uns so dann weiter gehen kann.
In dieser Höhle soll sich dem Angeben nach ein Kobold vorzeiten aufgehalten haben, bey welchem sich die Leute, wenn sie etwas verloren, oder sonst etwas neues haben wollen, Raths erholet, und geglaubet haben, daß ihnen solchergestalt in ihrem Suchen sehr leicht geholfen würde.“

I.-Johann Dietrich von Steinen „Westphälische Geschichten,
Erster Theil, Das III. Stück, Historie des Amts Iserlohn,
Verlage Joh. Heinrich Meyers sel. Witwe,
Lemgo 1755 (S. 1167)

Hier auf der Aussichtplattform haben wir noch einmal einen schönen Blick ins Felsenmeer.  Eine weitere Sage erklärt sehr schön wie das Felsenmeer entstanden ist: Als der Teufel mit einem großen Sack voller Steine durch die Gegend zog, schrammte der Sack an den herumliegenden Felsen  vorbei, so dass er ein Loch bekam. Je weiter  der Teufel zog, umso größer wurde das Loch. Schließlich verlor der Teufel dabei immer wieder Seine aus seinem Sack - bis an dieser Stelle der ganze Sack riss, so dass hier das Felsenmeer entstand.

Apropos Teufel!
Wir befinden uns hier direkt über die Hölle und der Teufelsmauer!
Ehe jetzt falsche Bilder wachgerufen werden, erklären wir den Begriff mit dem Jugendkatechismus  Youcat:
„Die Hölle ist der Zustand  des ewigen Getrenntseins von Gott, die absolute Abwesenheit von Liebe.“ -
Aber trösten wir uns mit dem Blick ins Felsenmeer von der Brücke und dem Steg, von dort haben wir einen direkten Blick ins Paradies.
Gönnen wir uns einen Moment Stille an diesem mystischen Ort und genießen(himmlische Musik)( wenn wir welche unterlegen können) und die Blicke ins Felsenmeer.

Diese  durch ihre Tropfsteinbildungen berühmte Höhle soll vor Zeiten von Zwergen bewohnt gewesen  sein, welche alle diese wunderlichen Stein-Zierrathe sich durch ihre Arbeit gefertigt hätten. Erst als die Bewohner der Gegend in der Nähe eine christliche Kirche erbaut und diese dem heiligen Veit gewidmet hätten, sind, so erzählt man, die Besitzer der Höhle auf und davon gezogen."

Montanus: hier “Die Vorzeit der Länder Cleve-Mark, Jülich-Berg und Westphalen – erster Band, in wissenschaftlicher Umarbeitung von Wilh. Von Waldbrühl,
Elberfeld, 1870. Druck und Verlag von Sam. Lucas.“ S.102

„In dieser Gegend der Dawert und ebenso auf dem Wege von Münster nach dem Sauerlande findet man einzelne große Steine. Ueber die Art und Weise wie diese ungeheuren Felsstücke in die hiesige Gegend gekommen sind, gehen viele Sagen, wozu auch folgende gehört:
Als einst der Teufel mit einem großen Sack voll Steine des Weges durch die Dawert kam, schrammte  er mit dem Sack an einem auf der Erde liegenden Felsen vorbei, so daß der Sack ein Loch bekam. Ohne daß  es der Teufel bemerkte, verlor er nun nach und nach einige Steine, die sich durch das entstandene Loch durchdrängten und noch an derselben Stelle liegen, wo sie entfallen. Da er nun bis an die Grenze des Sauerlandes kam, wurde das Loch immer größer, bis endlich in der Gegend des Klusensteins der ganze Sack barst und so das sogenannte Felsenmeer entstand."

I. Friedrich Arnold Steinmann: „Münstersche Geschichten, Sagen und Legenden…“,
1825, S. 189

Hier auf der Aussichtsplattform haben wir noch einmal einen schönen Blick ins Felsenmeer. Wir befinden uns hier direkt über die sogenannte Hölle bzw. der Teufelsmauer. An diesem mystischen Ort finden Fledermäuse ihre Nahrung.
Wenn Sie Glück haben können Sie die Fledermäuse im Dämmerlicht beobachten.
Wir haben auf jeden Fall die Fledermäuse der Offenen Ganztagsschule der Brabeckschule hier bei Ihrem wilden Treiben beobachtet.

Die Fledermaus, die Fledermaus putzt dir den Obstbaum sauber aus des Nachts im leisen Fluge.
Doch stiehlt sie dir die Früchte nicht, ist auf die Diebe nur erpicht, des Nachts im leisen Fluge.

Wenn er die Raupeneier legt, den Schmetterling der Nacht sie schlägt im leisen Zickzackfluge.
Des frechen Maikäfers Gebrumm macht sie mit scharfen Zähnen stumm im leisen Zichackfluge.

Die Mücke, die uns stechen will - die Fledermaus verschluckt sie still  in jagend raschem Fluge.
Sie streift durch Wald und Feld und Haus und treibt die Plagegeister aus in jagend raschem Fluge.

Doch bricht dann an der junge Tag, sie nicht mehr weiter jagen mag, hört auf in ihrem Fluge.
Sie schlägt die Krallen ins Gestein, hüllt sich in ihre Flughaut ein und ruht von ihrem Fluge.

Kopfabwärts spinnt sie ihren Traum in Mauern, Scheunen, dunklem Raum von neuem Räuberfluge.
Das helle Leben sieht sie nie, doch durch den Raub behütet sie es nachts im leisen Fluge.

In unserer leicht hügeligen Umgebung am Rande des Sauerlandes ist Radfahren ein Genuss. Ein gut ausgebautes Radwegenetz macht Radausflüge in und um Hemer zu einem unvergesslichen Erlebnis. Bekannte Themenwege sind die Schmetterlingsroute, der neue Ruhr-Lenne 8er, die Zabel Route im angrenzenden Menden und Fröndenberg, sowie der auf einem Zubringer erreichbare überregional bekannte Ruhrtalradweg.

Du bist hier in einer echten Ausflugsregion, die es mit dem Rad zu erobern gilt. Fahrradfreundliche Gastbetriebe machen es Dir leicht und betreuen Dich. Radler freundliche Unterkünfte, eine Fahrradwerkstatt mit Notdienst und Läden, wo Du Dich informieren und Deinen Zubehör erweitern kannst, gibt es in Hemer auch.

Liebst Du Tempo oder Höhenmeter? Dann orientiere Dich Richtung Sauerländer Berge. Hier können sich bergerprobte Radler richtig austoben. Die Sauerland-Radwelt bietet aber für jede Zielgruppe etwas, ob Rennradtouren, Mountainbike Touren oder Bike Parks. Auch E-Bikes und Pedelecs sind in der Region stark im Kommen. Eine Karte der Ladestationen findest Du auf dem Tourismusportal des Märkischen Kreises: www.mk-tourismus.de und wir bauen das Angebot kontinuierlich weiter aus.

Das in den Tourismusregionen Sauerland und Siegen-Wittgenstein neu eingerichtete Knotenpunktsystem „Radeln nach Zahlen“ ermöglicht es Dir, ohne Kartenmaterial und langwierige Vorausplanung erschienene Themenrouten zu verbinden und Sehenswürdigkeiten anzusteuern.

Lass Dich inspirieren von unserem Film über den Ruhr-Lenne 8er: