Von der KiTa in die Grundschule

Am 30.09.2009 ist zwischen dem Land NRW sowie dem Märkischen Kreis ein Kooperationsvertrag zum Aufbau eines regionalen Bildungsnetzwerkes im Märkischen Kreis unterzeichnet worden.

Das Fundament dieses Netzwerkes stellten die regionalen Bildungspartner dar, die in unterschiedlichen Arbeitskreisen aktiv zur Umsetzung dieses Kooperationsvertrages beigetragen haben.

Sowohl Schulen als auch Kindertageseinrichtungen stehen in der gemeinsamen Verantwortung, den Bildungsauftrag umzusetzen (§ 3 KiBiz, §§ 2,11 SchulG NRW). Beide Institutionen verfolgen die Aufgabe, den Kindern Werte, soziale und emotionale Kompetenzen, Wissen und Kenntnisse zu vermitteln. Hierbei bauen sie aufeinander auf, da die Schule bereits erworbene Kompetenzen und Kenntnisse aus den Kindertageseinrichtungen voraussetzt. Kindertageseinrichtung und Grundschule haben die gemeinsame Aufgabe, Kinder in ihrer Persönlichkeit durch altersangemessene pädagogische Maßnahmen, Hilfen zur Erziehung und Bildung des Kindes zu fördern. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule verläuft für das Kind dabei umso leichter, je mehr diese Fördermaßnahmen aufeinander abgestimmt sind.

Im Rahmen der ersten Hemeraner Bildungskonferenz am 21.07.2011 wurden durch den Abschluss einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung die Grundlagen und Voraussetzungen für eine zukünftige optimale Zusammenarbeit aller Hemeraner Kindertageseinrichtungen und Grundschulen geschaffen, um den zukünftigen Schulanfänger/innen in Hemer den Übergang zum Schulkind zu erleichtern.

Im Rahmen der 2. Hemeraner Bildungskonferenz am 14.06.2012 wurde die Kooperationsvereinbarung um folgende Kooperationspartner erweitert:

- Regenbogen-Schule, Hemer
- Wilhelm-Busch-Schule, Hemer
- Felsenmeerschule, Hemer
- Pestalozzischule, Hemer
- Carl-Sonnenschein-Schule, Iserlohn
- AWO-Familienbildung Hemer
- VHS Hemer-Menden-Balve

Pressestimme zur 4. Bildungskonferenz am 29. September 2015 im Iserlohner Kreisanzeiger:

Die Kindertagesstätte hat sich in den zurückliegenden Jahren mehr und mehr von einer reinen Betreuungseinrichtung zur einer Bildungsstätte entwickelt, und dieser Prozess scheint längst nicht beendet zu sein. Diese Erkenntnis hat sich am Dienstagnachmittag wie ein roter Faden durch die 4. Bildungskonferenz gezogen, zu der die Stadt Hemer die Repräsentanten der heimischen Grundschulen, der Kindertageseinrichtungen aller Träger, Jugendamtsmitarbeiter sowie Elternvertreter eingeladen hatte. Etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten der Erste Beigeordnete Dr. Bernd Schulte sowie Heike Amrhein, im Rathaus für die Kitas zuständige Abteilungsleiterin, im JuK begrüßen.

Zehn Bildungsfelder werden schon in der Kita beackert

Welchen breiten Bereich die Felder frühkindlicher Bildung inzwischen umfassen und wie in den Kitas darauf reagiert wird, machte ein mit einer Powerpoint-Präsentation illustrierter Rückblick auf eine Informationsveranstaltung für die Eltern vierjähriger Kinder deutlich, den eine Arbeitsgruppe von Lehrern und Erzieherinnen erarbeitet hatte und vortrug. Wie Vorschulkindern Wissen aus zehn Bildungsfeldern - von Religion und Ethik über Gesundheit, Bewegung, Naturwissenschaften, Kultur, Sprache, Medien, Mathematik, Musik und Kunst bis zur Ökologie - vermittelt werden kann, wurde aber auch ganz praktisch an zehn Informationsständen demonstriert, die eine Fülle von Materialien und Tipps bereit hielten. Zum Ende des Nachmittags konnten alle Konferenzteilnehmer an diesen Ständen selbst ausprobieren und aus der Nähe betrachten, was an Büchern, Spielen und mehr zur Verfügung steht.

Zuvor hatte Ingrid Ostrowski, Diplom-Pädagogin und Leiterin eines Familienzentrums in Werl, in einem gut einstündigen Vortrag die Facetten, Intentionen und Herausforderungen der "Bildung von Anfang an" skizziert. Dabei hielt sie verblüffende wissenschaftliche Erkenntnisse bereit. So werden Kleinkinder statistisch von ihren Eltern zu Hause nur eine Stunde und 43 Minuten "betreut", verbringen aber sechs Stunden in der Kita. Da manche "Kita-Karrieren" bereits im Alter von weniger als einem halben Jahr beginnen, sei die Familie längst "die Insel", die Betreuungseinrichtung aber der alltägliche Standard.

Ingrid Ostrowski zog die Metapher vom Rucksack heran, der im Laufe der Bildung allmählich gefüllt wird. "Früher war von den Eltern schon eine Menge in den Rucksack hereingepackt worden, wenn die Kinder mit drei Jahren in den Kindergarten kamen. Heute sind die Kinder jünger und der Rucksack so gut wie leer." Das alles lasse die Anforderungen an die Erzieherinnen weiter ansteigen, auch durch immer neue Bestimmungen und gesetzliche Vorgaben. "Zum Glück wissen wir, dass wir im Grunde schon immer Bildungsarbeit geleistet haben", erklärte Ingrid Ostrowski die Tatsache, dass in den Kitas keine Verzweiflung herrsche.

Entscheidender Unterschied der Bildungsarbeit in Kitas im Gegensatz zur Schule sei die viele engere persönliche Beziehung zum Kind. "Bildung ist bei uns Bindung", stellte Ingrid Ostrowski klar. Die Erzieherin müsse das Feingefühl einer Mutter haben und zur nonverbalen Kommunikation - gerade mit den Allerkleinsten - fähig sein. Damit wachse die Verantwortung: "Wir sind mittlerweile nach der Mutter die zweitwichtigste Person im Leben der Kinder." Dennoch hänge der Bildungs- und Entwicklungsstand der Kinder immer noch mehr mit Merkmalen der Familie zusammen als der Betreuungseinrichtung, zitierte Ingrid Ostrowski eine aktuelle empirische Studie.

Reinhard Köster

 

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